Gottesmutterikone von Lesno
Gedächtnis: 8. September, 14. September und am Tag der Heiligen Dreiheit

Die Ikone zeigt ein als Relief in einen dunkelroten ovalen Stein eingeschnittenes Bild der Allheiligen Gottesgebärerin mit dem göttlichen Kind.
Sie wurde im Jahre 1683, am Fest der Kreuzerhöhung des Herrn, von einem Hirten in den Zweigen eines Birnbaumes aufgefunden und in die nächstgelegene orthodoxe Kirche des Dorfes Bukowitschi unweit des Ortes Lesna gebracht. Als sich der Ruf von der auf wunderbare Weise erschienenen Ikone in der ganzen Umgebung verbreitete, beschloss der katholische Klerus, die Ikone zur Ausbreitung des Katholizismus zu nutzen. Im Jahre 1686 nahm man den Bewohnern von Bukowitschi die Ikone gewaltsam weg und brachte sie in die katholische Kirche von Lesna.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichteten Mönche eines katholischen Ordens in Lesna eine große Kirche und ein Kloster, in dem die wundertätige Ikone aufbewahrt wurde. Im Jahre 1863 beteiligten sich die Ordensmönche am polnischen Aufstand, woraufhin das Kloster auf Anordnung der russischen Regierung geschlossen und in eine orthodoxe Pfarrei umgewandelt wurde. Auf Fürsprache des Erzbischofs Leontij von Cholm wurde dort schließlich im Jahre 1885 das Frauenkloster der Allheiligen Gottesgebärerin von Lesna gegründet, in dessen Besitz auch die Ikone gelangte.
Wegen des Ersten Weltkrieges wurde das Kloster im Jahre 1915 zusammen mit der Ikone ins Innere Russlands evakuiert; mit ihm zogen sämtliche 500 Angehörigen der Klostergemeinschaft sowie mehr als 600 Schülerinnen und Schüler. Nach dem Umsturz von 1917 übersiedelte die Klostergemeinschaft auf Einladung von Erzbischof Anastasij (Gribanowskij) in die Diözese Chișinău und anschließend in das Kloster Hopovo.
Im Jahre 1943, nach der Besetzung Jugoslawiens durch die faschistischen Truppen, wurden die Schwestern des Klosters vertrieben und gelangten nach Serbien. Von dort übersiedelten die Schwestern der Gemeinschaft im Jahre 1950 zusammen mit der Ikone nach Frankreich, zunächst nach Fourqueux und im Jahre 1967 nach Provemont, wo sie bis zum heutigen Tage leben.
Gegenwärtig befindet sich das wundertätige Lesna-Bild der Allheiligen Gottesgebärerin in der Kirche des Lesna-Klosters, einer ehemaligen katholischen Kirche, die umgebaut und geweiht wurde; die örtlichen Behörden gestatteten jedoch nicht, auf ihr ein orthodoxes Kreuz anzubringen. In dieser Sommerkirche werden während der Sommermonate täglich Gottesdienste gefeiert. Jeden Abend wird die Ikone der Gottesgebärerin in einer Prozession in die Hauskirche, die als Winterkirche dient und sich im Hauptgebäude des Klosters befindet, übertragen.
Durch die Ikone geschahen zahlreiche Wunder.